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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Literaturschnack November 2019 

Ein unterhaltsamer und informativer Austausch über Literatur...

Großer Zuspruch und neue Gesichter machten den Literaturschnack am letzten Mittwoch erneut zu einem Gewinn für alle Teilnehmenden. Trotz einer verhältnismäßig großen Zahl von Verrissen waren für alle Geschmäcker wieder tolle Anregungen dabei.

Die Tipps im Einzelnen:

Romane und Erzählungen:

  • Miriam Toews: Die Aussprache, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Wuchtiger Roman um die sexuellen Übergriffe auf die Frauen einer mennonitischen Kolonie. Während die Männer der Gemeinde in der Stadt sind, um ihren festgenommenen Brüdern beizustehen, treffen sich die Frauen heimlich auf einem Dachboden, um zu beraten, was nun zu tun ist. Dieser erstaunliche Roman bringt ein feministisches Manifest hervor und ist umso authentischer, da die gefeierte kanadische Autorin selber in einer Mennonitengemeinde aufgewachsen ist. Hervorragend.
     
  • Jane Gardam: Bell und Harry, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Früher Episodenroman der britischen Schriftstellerin um eine Städterfamilie und ihre Erlebnisse auf dem Land, der ihr literarisches Können bereits demonstriert und angenehm altmodisch daherkommt. Kein Muss, aber ein gutes Kann.
     
  • Niklas Natt och Dag: 1793 (in der Bibliothek vorhanden)
    Finster und poetisch, eher Gesellschaftsdrama als Krimi, ist dieser Roman ein literarisches Meisterwerk, das das Stockholm des Jahres 1793 drastisch und plastisch zum Leben erweckt. Der überzeugende Plot ist nichts für zarte Gemüter, fesselt jedoch von der ersten Seite. Zu Recht preisgekrönt.
     
  • Bernhard Schlink: Sommerlügen, 2010 (in der Bibliothek vorhanden)
    Sieben Erzählungen, die sich in Form von Lebensbeichten auf der Beziehungsebene mit den jeweiligen Partnern auseinandersetzen. Man fragt sich unwillkürlich, wie die einzelnen Protagonisten weiterleben.
     
  • Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder, 2019 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Dieses Buch erhielt den letztjährigen Prix Goncourt und schildert anhand zweier Jugendlicher eindrücklich die Ausweglosigkeit des Frankreichs außerhalb der Metropolen. Realistisch, dicht, liefert eine Erklärung für die Proteste der Gelbwesten im heutigen Frankreich.
     
  • Sorj Chalandon: Am Tag davor, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Hintergrund des Romans ist das reale Grubenunglück in Frankreich 1974, bei dem 42 Bergleute starben. Einer von ihnen ist Jojo, dessen Bruder Michel mit dem Verlust nicht klarkommt. Nach dem Tod seiner Frau kehrt er in sein Heimatdorf zurück, um seinen Bruder zu rächen. Existenzialistisch, großartig.
     
  • Andreas Maier: Die Familie, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Wieder besser gelungener Teil des autobiografischen Romanzyklus von Andreas Maier, der um seine Verwandten kreist. Dabei steht der Protagonist Andreas den bereits aus vorherigen Teilen bekannten Personen abwartend gegenüber. Materielles hat dabei immer Vorrang vor dem persönlichen Glück. Amüsant und doch traurig.
     
  • Gustave Flaubert: November, Ersterscheinung 1910 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Kurze Erzählung um die erste Liebe und den Sinn des Lebens. Mittels Tagebucheinträgen wird die unstete, verwirrende Gefühlslage eines jungen Erwachsenen meisterhaft beschrieben. Für Junggebliebene, zeitlos.
     
  • Daniel Kehlmann: Ruhm, 2009 (in der Bibliothek vorhanden)
    Alltägliche Begebenheiten aus der Sicht von neun verschiedenen Protagonisten, die auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind, bieten gekonnte Unterhaltung. Kehlmann kann es einfach.
     
  • Joel Dicker: Das Verschwinden der Stephanie Mailer, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die Journalistin Stephanie Mailer verschwindet während der Recherche zu einem alten Kriminalfall. Was steckt hinter diesem Verschwinden? Langweilig, sprachlich schlecht, ein Ausrutscher des Autors.
     
  • Verena Roßbacher: Ich war Diener im Hause Hobbs, 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Vom schönen Cover abgesehen ist diese Untersuchung eines rätselhaften Todesfalles kein literarisches Highlight, da zu verworren und konstruiert.
     
  • David Garnett: Mann im Zoo, 2017 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Diese Novelle des 1981 verstorbenen Autors mit einer sehr originellen Handlung befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Während eines Zoobesuchs mit seiner Freundin inkl.  abgelehntem Heiratsantrag beschließt der Protagonist, sich im Zoo als Mensch ausstellen zu lassen. Bald wird er zur Publikumsattraktion. Britischer Humor, amüsant, anregend.
     
  • Paulus Hochgatterer: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war, 2017 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Auf einem österreichischen Bauernhof treffen 1944 verschiedene Menschen aufeinander. Eine 13-jährige Waise, ein entflohener russischer Zwangsarbeiter und deutsche Soldaten auf dem Rückzug. Diese ungute Kombination zieht einen Todesfall nach sich. Mittels klarer, pointierter, manchmal poetischer Schreibe beschäftigt sich Hochgatterer mit dem menschlichen Verhalten in existenziellen Notlagen.
     
  • Georg M. Oswald: Im Himmel, 2003 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Deprimierende, gleichwohl gelungene Darstellung der Welt der Reichen und Schönen. Der 20-jährige Marcel, versucht die Langeweile des Lebens als reicher Sprössling mit Alkohol, Drogen und Sex einzudämmen. Liest sich so weg, aber etwas banal.
     
  • Charles Lewinsky: Melnitz, 2006 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Dieser Mammutroman setzt sich mit jüdischer Kultur und Geschichte am Beispiel der Schweizer Familie Meijer auseinander. Liebevolle Figurenzeichnung, man fiebert bis zum Schluss mit.
     
  • Ferdinand von Schirach: Verbrechen, 2009 (in der Bibliothek vorhanden)
    In neun lebendigen und spannenden Geschichten hält der Strafverteidiger auf Grundlage seiner realen Fälle ein Plädoyer für eine menschliche Justiz. Sehr gelungen.
     
  • Gerard Donovan: Winter in Maine, 2009 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Der von seiner Frau verlassene, sanftmütige Julius wird zum Racheengel, als sein Hund vorsätzlich von Jägern erschossen wird. Meisterlich, poetische Auseinandersetzung mit den möglichen Auswirkungen der Einsamkeit.
     
  • Bodo Kirchhoff: Der Prinzipal, 2007 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Fängt gut an, kippt nach der Hälfte und wird völlig bizarr. Ein Großvater, erfolgreicher Unternehmer, will seinem Enkel auf einem Ausflug mit seiner Yacht seine Lebensweisheiten eintrichtern. Doch dieser interessiert sich nur für sein Filmprojekt. Der Unfall einer Surferin weitet sich zur Katastrophe für ihr weiteres Leben aus. Verzichtbar.


Sachbuch:

  • André Schumacher: Eine Familie, zwei Räder und das Abenteuer unseres Lebens, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Unterhaltsame Schilderung eines Weltenbummlers, der mit seiner Frau und seinem Kind auf Lastenfahrrädern über die Alpen nach Italien reist. Trotz aller Widrigkeiten schaffen sie es bis ans Ziel. Macht Lust, selber aufs Rad zu steigen.
     
  • Didier Eribon: Rückkehr nach Reims, 2016 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Die Autobiografie des in Frankreich bedeutenden Soziologen Eribon deckt anhand seiner intellektuellen und geschlechtlichen Emanzipation die Gründe des Rechtsrucks, der Homophobie und des latenten Rassismus in der Arbeiterklasse des heutigen Frankreich auf.

Zum letzten Literaturschnack des Jahres am 4. Dezember 2019 um 10.30 Uhr sind wieder alle Literaturinteressierten herzlich eingeladen. Diesmal geht es um „Lieblingsbücher“.
 


 

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11.12.2019

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