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Zur Geschichte des Hellweg-Museums
Ein kurzer Abriss
Im Jahr 2003 besteht das Hellweg-Museum 75 Jahre. Zwar reichen die Bestrebungen, in Unna ein Heimatmuseum aufzubauen bis in das Jahr 1925 zurück, doch wurde es erst nach dreijähriger vorbereitender Sammlungstätigkeit am 15. Juli 1928 als Heimatmuseum der Öffentlichkeit vorgestellt.Die Eröffnung des Heimatmuseums in Unna im Jahre 1928 ordnet sich ein in die Reihe von Museumsgründungen auf heimatgeschichtlicher Basis, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts - nach Beendigung des Ersten Weltkrieges und nach Ausrufung der Weimarer Republik - in vielen Städten durch die Initiative von Heimat- und Museumsvereinen erfolgte. Die Begründung für den Aufbau heimatgeschichtlicher Sammlungen richtete sich hier wie anderswo zumeist auf die "Rettung bedrohten Kulturgutes".
Als Reflex auf die Folgen der modernen Industriewelt - die Industrialisierung in Unna setzte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch -, aber auch als Reaktion auf den Schock der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde die "gute alte Zeit" der vergangenen Jahrhunderte neu beschworen. Dementsprechend gestaltete sich in den Anfängen des Unnaer Heimatmuseums - vor allem gefördert durch den neu gegründeten "Museumsverein" - auch die Sammlungstätigkeit: Alles was alt und geschichtsträchtig war, wurde in die Sammlung aufgenommen. So konnten in den ersten Jahren des Bestehens des Heimatmuseums Beispiele bürgerlichen und bäuerlichen Wohnens und Arbeitens, heimatlichen Brauchtums, geologischer und paläontologischer Besonderheiten, Funde der Vor- und Frühgeschichte gesammelt und ausgestellt werden. Objekte aus der Arbeitswelt der modernen Industrie fanden zu dieser Zeit noch keine museale Wertschätzung und blieben dem Heimatmuseum als Sammlungsgut verschlossen.
Allerdings war eine permanente öffentliche Präsentation der Sammlung in den ersten zwei Jahrzehnten des Bestehens des Heimatmuseums nicht immer möglich, da es an geeigneten Ausstellungsräumlichkeiten fehlte. Zwar war es durch eine bemerkenswert enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung (hier insbesondere ist der damalige Bürgermeister Dr. Emmerich als eifriger Verfechter des Heimatmuseumgedankens zu nennen) und dem neugegründeten "Museumsverein" hinsichtlich des Sammlungsaufbaus und der Standortwahl für das neue Heimatmuseum gelungen, die frühere Villa des Industriellen August Klönne (heute Friedrich-Ebert-Straße 60) in Königsborn anzumieten.
In dieser Villa wurden in sechs Ausstellungsräumen die in den Anfängen steckenden Sammlungen präsentiert. Vom 15. Juli 1928 bis zum März 1932 war hier das Heimatmuseum der Öffentlichkeit zugänglich. Anschließend begann eine Odyssee des Museums über mehrere Stationen, wobei die Sammlung mehr magaziniert als der Öffentlichkeit zugänglich war. Im März 1932 wurde die Sammlung im Haus der städtischen Sparkasse in der Bahnhofstraße 40 untergebracht, kurze Zeit später (August 1933) verlegte man sie in zwei Klassenzimmer der Heilig-Geist-Schule (Schulstraße), ehe das Museum 1936 mit Unterstützung der nationalsozialistischen Stadtverwaltung seinen endgültigen Standort in der alten "Burg" beziehen konnte.Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges durch das NS-Regime und seine FoIgen verhinderten wiederum eine ruhige Fortentwicklung des Museums in seiner Sammlungs- und Präsentationstätigkeit. Einzig die Teilnahme an einer Werbewoche der "Vereinigung Westfälischer Museen" unter dem Leitthema "Westfälische Museen zeigen ihre Volkskundeschätze" (1939) und eine Sonderausstellung zum Thema "Unna im Bild" im Jahre 1943 zur Stärkung der "Heimatfront" waren auf die Öffentlichkeit gerichtete museale Tätigkeiten. Das Kriegsende 1945 bedeutete auch für das Unnaer Heimatmuseum eine Zäsur: Bomben und Plünderungen hatten seine Bestände arg dezimiert. Ein neuer Anfang mußte getan werden.
Der Neubeginn der Museumsarbeit nach 1945 richtete sich zunächst auf die Wiedereinrichtung der Schauräume und die Fortführung bzw. den Ausbau der Sammeltätigkeit. Eine wesentliche Änderung erfuhr das Unnaer Heimatmuseum jedoch in seiner Organisationsform: 1947 übernahm die Stadt Unna die Trägerschaft für das Museum. Damit wurde die Grundlage geschaffen für eine kontinuierliche Museumsarbeit: Die Dauerausstellung wurde der Öffentlichkeit ab 1950 ständig zugänglich gemacht und vor allem die Einstellung eines hauptamtlichen Museumsleiters (1954) bewirkte eine zielgerichtete Museumstätigkeit.Das Ziel, aus dem Unnaer Heimatmuseum ein Museum für die Hellwegregion (= Hellweg-Museum) aufzubauen, konnte nur ansatzweise verwirklicht werden. 1966 wurde dieser sehr weitgehende Plan reduziert und ein Konzept entwickelt, das die Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit auf die Stadtgeschichte Unnas beschränkte. Dieses Sammlungs- und Ausstellungskonzept gilt bis heute. Zusätzlich zu den klassischen Aufgaben des Sammelns und Ausstellens trat 1982 - nach dem Umbau des Hellweg-Museums - ein drittes Anliegen musealer Arbeit: Die pädagogische Vermittlung von Stadtgeschichte im Museum.
Dieser neue Schritt in Richtung auf eine optimale Museumsarbeit wurde z. B. schon in der 1976 durch den Rat der Stadt Unna verabschiedeten Museumssatzung gefordert: Die Ausstellung der Objekte, die Bildungsarbeit und die Raumgestaltung sollten den Grundsätzen eines "offenen Museums" entsprechen. Dieses Ziel sollte u.a. auch durch museumspädagogische Angebote erreicht werden. Somit bestimmte die Museumssatzung das Hellweg-Museum als Lernort, woraus bestimmte Konsequenzen hinsichtlich Museumsdidaktik, Themenstrukturierung, Museumspädagogik und Sonderausstellungstätigkeit folgen mußten.
1978 wurde das Hellweg-Museum geschlossen und nach einem räumlichen Umbau und mit einer neuen Präsentation der Dauerausstellung im Jahre 1982 wiedereröffnet. Seitdem präsentierte es sich als stadthistorisches Museum mit drei Abteilungen: Vor- und Frühgeschichte des Hellwegraumes, Unna im Mittelalter, Unna bis zur Industrialisierung mit dem Schwerpunkt Saline Königsborn. Anlässlich der Sonderausstellung "Zeitreise Hellweg" im Jahr 2000/2001 wurde die stadthistorische Ausstellung durch das Thema "Die Hellweg-Linie im Wandel der Zeit" so erweitert, dass die vielfältigen Beziehungen zwischen Unna und dem Hellweg als Verkehrsweg deutlicher werden.
Das Hellweg-Museum wurde in den vergangenen Jahrzehnten von vielen zehntausend Gästen, Kindern, Schülern, Jugendlichen und Erwachsenen, besucht. Allein in den letzten 20 Jahren seit 1982 waren es über 160.000 Besucher, d.h. jährlich kamen durchschnittlich über 8.000. Damit gehört das Hellweg-Museum im statistischen Vergleich zu der Spitzengruppe von 30% aller Museen in der Bundesrepublik, die über 5.000 Besucher pro Jahr aufweisen.
11.02.2012
Telefon: 02303/256445
Fax: 02303/256569
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